Ethik
Durch die Unterstützung des Telenotarztes steht die notärztliche Kompetenz bei der Versorgung von Notfallpatienten ohne Verzögerung unmittelbar nach Eintreffen durch den Rettungswagen zur Verfügung. Damit wird eine individuelle Patientenversorgung zu einem frühestmöglichen Zeitpunkt erreichbar, was die Selbstbestimmungmöglichkeiten des Patienten fördern und optimieren wird.
Die rettungsdienstliche Versorgung ist geprägt von Patienten, die selbst nicht mehr äußerungsfähig sind und ihre Wünsche und Werte nicht mehr direkt mitteilen können. In dieser Situation ist die Fürsorge des Notarztes gefordert.
In einer medizinethischen Analyse der Prinzipien der Selbstbestimmung und Fürsorge werden unterschiedliche Situationen und Konstellationen analysiert.
Derzeit wird noch ein Gutachten zu den ethischen Aspekten des Projektes Med-on-@ix vom Medizinethiker Dr. Arnd T. May (Universitätsklinikum Aachen und Institut für Philosophie der Ruhr-Universität Bochum) erstellt. Eine Kurzfassung des Gutachtens ist als Aufsatz in Vorbereitung.
Im Rahmen des Gutachtens zu ethischen Fragen werden die besonderen Auswirkungen auf die Arzt-Patientenbeziehung untersucht. Aber auch berufsethische Fragen werden beleuchtet, denn nichtärztliches Rettungsdienstpersonal ist nicht einfach der Kommunikator für den Telenotarzt.
Das Gutachten beleuchtet auch die möglichen Folgen auf das Entscheidungsverhalten des Telenotarztes, der nicht direkt an der Einsatzstelle präsent sein kann und dadurch eine räumliche Entfernung überbrücken muss. Die daraus resultierenden Effekte werden untersucht.
Das Projekt Med-on-@ix ist getragen vom Gedanken der Effektivitätssteigerung nicht Ausdruck von Rationierung in der Notfallversorgung. In einer vorläufigen Bewertung der ethischen Fragen kommt zum Ausdruck, dass durch ein Telenotarztsystem die notärztliche Kompetenz unter Berücksichtigung der aktuell geltenden Leitlinien für die Patientenversorgung vorteilhaft ist und somit Spitzenmedizin in höherem Maße als bisher in die rettungsdienstliche Versorgung integriert werden kann.






